Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus

Wettbewerbskonzept Ausstellung

Demokratie ist Dialog ist Verständigung.

Die neue Ausstellung im Theodor-Heuss-Haus soll ein lebendiger Ort des Diskurses sein, ein Werkzeug, um Menschen zu einer politischen Partizipation zu befähigen und zu aktivieren und dafür lokale und überregionale Impulse setzen.

Freiheit ist ein hohes Gut und muss errungen und verteidigt werden. Theodor Heuss hat dafür gekämpft und Grundpfeiler für unsere heutige Freiheit gelegt. Sein Leben, Werk und seine Werte sind daher brandaktuell. Junge Menschen kennen Theodor Heuss nicht mehr. Die größte Partei ist die der Nichtwähler. Extreme Meinungen und Populisten gewinnen an Zulauf. Kurze Polemik in 140 Zeichen wird mehr goutiert als fundierte Gedanken oder begründete Meinungen. Das Thema ist hoch aktuell. Demokratie kann nur funktionieren, wenn es Menschen gibt, die verstehen, welchen Wert sie hat, welche Werte Grundlage für Demokratie und Bürgerlichkeit sind und die bereit sind zu partizipieren.

Einladung zur Partizipation als szenografischer Leitgedanke

Die Einladung zur Partizipation, zur aktiven Teilhabe, ist die Antwort auf die aktuelle Verdrossenheit vor Politik und Verantwortung. Und Partizipation und damit jeder einzelne Besucher steht im Zentrum unseres Ausstellungskonzeptes. Die beiden Ausstellungsebenen werden vom Besucher als Bühnenbilder mit einer distinguierten Raumatmosphäre wahrgenommen, die den zwei großen Lebensphasen von Theodor Heuss bis zum Ende des zweiten Weltkriegs und als erster Bundespräsident der neuen Bundesrepublik folgen. Innerhalb der Räume werden die Epochen seines Lebenswegs entlang der umlaufenden Wände und eingebettet in eine grafische Informationsebene durch markante szenografische Motive erlebbar. Wegweiser (Wegmarken) setzen einen erzählerischen Fokus auf wegweisende Ereignisse. Die Leitfragen aktivieren den Besucher fortwährend, Werte freizulegen und die Brücke ins Heute zu schlagen.

POLITISCHE PARTIZIPATION fördern und aktivieren

In der Raummitte fordern Interaktionstische den Besucher heraus, selbst aktiv zu werden, zu interagieren, zu forschen und mitzugestalten. Auf dem Tisch „Parteienspektren" kann man zum Beispiel auf einer Zeitscala durch die verschiedenen Jahre der Weimarer Republik scrollen. Die Entwicklung der Parteienverteilung wird durch die Farbbalken sichtbar, die verschiedenen Wahlzettel informieren über die Zielsetzungen der einzelnen Parteien. Der Tisch „Verfassungen“ gibt Einblick in die vier Verfassungen aus den Jahren 1849-1949. Mit Bildern und Infografiken werden die Aussagen in Bezug zu unserer aktuellen Lebenswelt gestellt. Das Thema „Staatsoberhaupt und mediale Inszenierung" holt die Generation selfie mit einer Instagram-Optik ab und zeigt die Mechanismen der medialen Inszenierung bei politischen oder Privatpersonen auf: Welche Posen und Motive werden benutzt?

Variable Raumnutzungsmöglichkeiten - größtmögliche Flexibilität

Durch die klare Zuordnung des chronologischen Storytellings und der Objekte zu den Raumwänden und die freistehenden, mobilen Tische in der Raummitte ist die Nutzung des Raumes für Veranstaltungen selbstverständlich und leicht zu bewerkstelligen. Die Tische sind so dimensioniert, dass sie im Nebenraum abgestellt werden können. Das Konzept sieht auch deshalb weder markierte Laufwege noch im Raum stehende Vitrinen vor.

Erweiterung der Ausstellung in den Stadtraum: Theodor Heuss-Orte in Stuttgart

Das Theodor-Heuss-Haus wird zum Möglichkeitsraum politischer Partizipation.

Durch ein spannendes Ausstellungserlebnis, das Lust macht, einzutauchen in die Welt von Theodor Heuss, seine Vorstellungen von Demokratie und Bürgerlichkeit – Fragestellungen und Interaktionen, die diese Werte persönlich machen und in die heutige Zeit transportieren: Dies alles soll dazu beitragen, dass das Theodor-Heuss-Haus stärker als zuvor zu einer impulsgebenden und überregional wirkenden Plattform wird. Schade, dass das Konzept nicht umgesetzt wird!

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